LWL-Museum für Archäologie - Der Blog http://lwlmuseumherne.posterous.com Most recent posts at LWL-Museum für Archäologie - Der Blog posterous.com Tue, 15 May 2012 00:45:00 -0700 Grabanlagen der Skythenzeit oder "der Fisch ist ein typisches Steppentier" http://lwlmuseumherne.posterous.com/grabanlagen-der-skythenzeit-oder-der-fisch-is http://lwlmuseumherne.posterous.com/grabanlagen-der-skythenzeit-oder-der-fisch-is

Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu Gast im LWL-Museum für Archäologie

Am 10. Mai 2012 war es soweit: Das LWL-Museum für Archäologie hatte hohen Besuch aus der Archäologiewelt: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hermann Parzinger, den die lokale Presse als „Star-Archäologe“ betitelte.

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Natürlich hat der LWL seinen Ehrengast standesgemäß empfangen: Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, unser Museumsleiter Herr Dr. Josef Mühlenbrock sowie Frau Ruth Pingel, Vorsitzende des Fördervereins des LWL-Museums für Archäologie in Herne, begrüßten Herrn Prof. Parzinger. Er kam aufgrund einer anstrengenden Bahnfahrt mit Streckenumleitung kurz vorm Zielort leicht verspätet an.

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Aber bis zu seiner Ankunft war der Vortragssaal des Westfälischen Landesmuseums rappelvoll, zu den Zuhörern und Zuhörerinnen gehörten auch einige Archäologie-Studierende der Ruhr-Universität Bochum und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dr. Mühlenbrock hat den beeindruckenden Lebenslauf von Prof. Parzinger auf das Notwendigste gekürzt, uns aber beispielsweise wissen lassen, dass Prof. Parzinger nicht nur in der Archäologie berühmt ist, sondern sogar im Judo den schwarzen Gürtel besitzt.

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Während seines Vortrages „Totenritual und Herrschaftspräsentation: Großkurgane der Skythenzeit in der sibirischen Steppe“ wurde man in einen Sog gezogen. Prof. Parzinger versteht es, Archäologie erlebbar zu machen. Jedem aus dem Auditorium wird der Satz in Erinnerung geblieben sein: „Der Fisch ist ein typisches Steppentier“. Denn die Skythen haben sich auch an den gewaltigen Flussläufen niedergelassen und der Fisch hatte eine bedeutende Rolle. Es gab nicht nur aus Blattgold gefertigte Fischmotive, sondern auch Netzbeschwerer in den aufwändigen Grabkomplexen. Zudem haben anthropologische Studien ergeben, dass circa 10 % der Ernährung aus Fischen bestand.

Und auch ansonsten war der Vortrag und auch das Thema einfach nur beeindruckend: Damit genügend Goldperlenbesatz mit in einen der Großkurgane kommen konnte, hätte man fast schon vor der Geburt mit der Anfertigung derselben begonnen haben müssen.

Sogar zur Grabungstechnik konnte Prof. Parzinger ein paar interessante Details beisteuern: Während der frühen 1990er-Jahre konnte man in Russland einfach keine Schubkarren auftreiben und bei einer Grabanlagengrabung wird viel Erdreich bewegt. Jeder, der einmal während einer Ausgrabung keine Schubkarre zur Verfügung hat, weiß, was das bedeutet.

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Nach diesem wirklich pointierten Vortrag, der sowohl für Interessierte als auch für die Fachleute verständlich und faszinierend war, wurde in der Diskussion noch einmal verdeutlicht, dass es neben diesen riesigen Kurganen auch zahlreiche, einfache, zeitgleiche Bestattungen gab mit wenigen Grabbeigaben.

  


Janina Lamowski M.A.
Wissenschaftliche Volontärin

 

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Thu, 19 Apr 2012 06:22:00 -0700 Anlässlich des internationalen Denkmaltags am 18. April 2012: Schlösser, Burgen und Ruinen am Ruhrhöhenweg im westfälischen Ruhrgebiet http://lwlmuseumherne.posterous.com/anlasslich-des-internationalen-denkmaltags-am http://lwlmuseumherne.posterous.com/anlasslich-des-internationalen-denkmaltags-am

Anderthalb Jahre nach der Ausstellung „Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ und anlässlich des internationalen Denkmaltags gestern am 18. April möchten wir Ihnen hier eine Tour vorstellen, auf der Sie die Schlösser, Burgen und Ruinen erkunden können, die sich direkt am Ruhrhöhenweg im westfälischen Ruhrgebiet befinden. Die Tour beginnt am Schloss Hohenlimburg und den „Sieben Gräben“ in Hagen und endet auf der Burg Isenberg in Hattingen. Auf einigen dieser Burgen, wie etwa der Burg Blankenstein oder der Burg Isenberg, kann man direkt die Geschichte nachvollziehen, wie sie sich im Zusammenhang der Ereignisse aus dem Jahr 1225 entwickelte. Der imposante Blick ins Ruhrtal verdeutlicht dem Besucher auch heute noch die herausragende Bedeutung der Position dieser Festungswerke des Hochmittelalters.  

 

 

Schloss Hohenlimburg

Das Schloss Hohenlimburg liegt auf einem 224m hohen Bergsporn oberhalb des gleichnamigen Hagener Stadtteils. Obwohl die Anlage mehrfach in der Neuzeit umgebaut und veränder wurde, ist der originale Zustand noch gut zu erkennen, womit sie als einzige in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild erhaltene Höhenburg Westfalens gilt. Die Burg wurde um 1240 durch Dietrich I. von Isenberg erbaut.

Im Gebäude befindet sich eine Gastronomie.

 

 

Sieben Gräben

In einer Entfernung von rund 400m zur Hohenlimburg findet sich die Wallanlage „Sieben Gräben“ auf dem Schleipenberg. Es spricht zwar einiges dafür, dass die Anlage vor der des eigentlichen Schlosses errichtet wurde, doch kann keine genaue zeitliche Abgrenzung voneinander vorgenommen werden. Einige archäologische Funde sprechen auch eindeutig für eine temporäre gleichzeitige Nutzung.

 

 

Raffenburg

Die nächste Station der Tour ist die Raffenburg in Hagen, die leider nicht besonders gut erhalten ist. Auf dem Raffenberg findet der Besucher heute noch mehrere Wall-Graben-Systeme und einige Mauerreste, unter anderem die des in der Mitte des zentralen Burghofs stehenden Bergfrieds. Gründung, ursprüngliches Aussehen und Struktur der Anlage liegen zum Großteil im Dunkeln. Vermutet wird aber auch hier eine Errichtung um das Jahr 1240. Die Raffenburg wurde im Zuge der Schlacht bei Worringen 1288 durch Graf Eberhardt I. von der Mark belagert und eingenommen. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass zumindest die Kernburg noch bis ins 14. Jahrhundert hinein genutzt wurde.

 

 

Hohensyburg

Weiter flussabwärts gelangen wir zum Hengsteysee. Dort, im Norden auf einem Geländesporn des Ardeygebirges, finden wir die Hohensyburg. Diese Anlage spielte bereits in den Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen eine bedeutende Rolle und wird unter anderem in den fränkischen Quellen als „sächsische Sigiburg“ erwähnt. Die Nachricht von der Eroberung der Burg aus dem Jahre 775 kann als älteste schriftliche Quelle der Stadt Dortmund bezeichnet werden. Von der frühmittelalterlichen Burg sind noch Wälle und Gräben erhalten, die allerdings von Laien nur sehr schwer zu erkennen sind. Besonders die Reste der Peterskirche mit ihrem romanischen Turm sowie der Kirchfriedhof sind heute noch beliebte Ausflugsziele.

 

 

Schloss Werdringen

Am Ufer des Hakortsees, in der Nähe des ehemaligen Yachthafens von Wetter befindet sich das Wasserschloss Werdringen. Über die Ursprünge des Schlosses lässt sich nicht viel sagen. Nur so viel, dass es als befestigtes Haus oder Turmburg geplant worden war. Nachdem es im Zuge der Soester Fehde 1446 niedergebrannt worden war, wurde es als Wasserschloss neu aufgebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt die Anlage aber erst nach einem Umbau im neugotischen Stil 1856. Seit 2004 ist in dem Schloss das Museum für Ur- und Frühgeschichte der Stadt Hagen untergebracht.

In der Anlage befindet sich eine Gastronomie.

 

 

Burg Wetter

Gegenüber des Harkortsees liegt die Stadt Wetter. Die dortige Burg befindet sich mitten in der Stadt. Diese erstmals im Jahre 1274 erwähnte Anlage war ein wichtiger Stützpunkt der Grafen von der Mark. Während des 16. Jahrhunderts verlor die Burg schließlich ihre militärische Bedeutung und verfiel zusehends. Ab 1819 errichtete der Industriepionier Friedrich Harkort in der Burg die „Mechanischen Werkstätten Harkord & Co“ und legte damit den Grundstein für die Industrialisierung im Ruhrgebiet.

 

 

Burg Volmarstein

Hinter Wetter, am gegenüberliegenden Flussufer, jenseits der Hagener Landstraße, kommen wir zu den Resten der Burg Volmarstein, einer der wichtigsten Landesburgen des Kölner Erzbischofs. Die Anlage liegt auf einem nach Osten und Westen steil abfallenden Bergrücken 100m über der Ruhr und war sehr stark befestigt. Hauptsächlich bestand ihre Aufgabe in der Kontrolle der Fernstraße zwischen Rheinland und Westfalen und der Sicherung der Nord-Ost-Grenze des damaligen Kölner Territoriums. Erstmals 1175 wurde die Burg als Sitz der Herrn von Volmarstein urkundlich erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert verlor die Burg weitgehend ihre Bedeutung und verfiel immer mehr. Schließlich vernichtete ein Großfeuer 1754 Burg und Freiheit Volmarstein in weiten Teilen.

 

 

Haus Mallinkrodt

Ein Stück weiter ruhrabwärts, am rechten Ufer, befindet sich das Haus Mallinckrodt, ein ehemaliges Rittergut. Heute besteht es aus einem neugotischen Herrenhaus mit angeschlossenem Gutshof und steht am Ort der Stammburg der in Westfalen weit verbreiteten Familie der Mallinckrodt. Das Haupthaus erhielt sein heutiges Aussehen größtenteils 1903/04.

Das Haus befindet sich in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

 

 

Mallinckrodt

Schloss Steinhausen

Hinter dem Naherholungsgebiet Hohenstein, mit seinem Berger-Denkmal, von dem aus man einen phantastischen Blick über das Ruhrtal hat, erreicht man Schloss Steinhausen. Die Burg wurde bereits 1297 das erste Mal urkundlich erwähnt. 1810 errichtete Levin von Elverfeldt das klassizistische Herrenhaus im Westteil der Anlage. Auf dessen Initiative geht auch die Muttentalbahn 1829 zurück, eine der ersten Schienenbahnen des Ruhrgebiets. Das durch eine Inschrift am Portal auf 1607 datierte Giebelhaus ist das heute noch älteste erhaltene Bauwerk der Anlage.

Auf dem Areal befindet sich eine Gastronomie.

 

 

 

 

 

Burg Hardenstein      

Ein ganzes Stück flussabwärts, an einer Schleife gelegen befinden sich die Überreste der Burg Hardenstein. Ebenfalls als festes Haus geplant, wurde die Anlage im Jahre 1363 das erste Mal urkundlich erwähnt. Aber der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verfiel die Burg wohl immer mehr.

 

 

Hardenstein

Haus Herbede

Im Norden der Stadt Herbede, erreicht man Haus Herbede. Dieses ehemalige Rittergut befindet sich kurz vor dem Kemnader Stausee. Das Gut „Herpete“ wird erstmalig 1019 in einer Schenkungsurkunde erwähnt.

Im Schloss befindet sich eine Gastronomie.

 

 

Herbede

Haus Kemnade

Am anderen Ende des Kemnader Stausees steht das Haus Kemnade. Dieses Wasserschloss mit einer Bausubstanz aus dem 16.-18. Jahrhundert geht wohl auf eine Gründung im 14. Jahrhundert zurück.

In der Anlage befinden sich ein Museum und eine Gastronomie.

 

 

Kemnade

Burg Blankenstein

Im heutigen Stadtteil Blankenstein, 70m über dem Ruhrtal auf einem Felssporn erhebt sich die Burg Blankenstein. Die Errichtung der Burg steht im engen Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert I. Friedrich von Isenberg wurde für diese Tat verantwortlich gemacht. Die Burg Isenberg wurde von Truppen der Vasallen des neuen Kölner Erzbischofs geschleift und Friedrich selbst starb durch das Rad. Sein Vetter, Graf Adolf I. von der Mark ließ daraufhin die Burg Blankenstein errichten, um die Besitzungen des Verwandten zu überwachen. In einer Urkunde aus dem Jahr 1243 wird bereits erwähnt, dass die Burg fertiggestellt worden sei.

Der Turm der Burg ist begehbar. Außerdem befindet sich in den Gebäuden eine Gastronomie.

 

 

Blankenstein

Burg Isenberg

Folgt man der Ruhr weiter Richtung Essen so erreicht man die Burg Isenberg, welche auf einem steilen Bergrücken 100m über dem Ruhrtal liegt. Mit dem Bau der Burg begann  Arnold von Altena wohl um das Jahr 1194 an einer strategisch und verkehrstechnisch idealen Lage errichtet.  Nachdem die Burg nach den Ereignissen um den Tod Engelberts I. geschleift worden war wurde sie nicht wieder aufgebaut. Dies verhinderte die in Sichtweite vom konkurrierenden Familienzweig erbaute Burg Blankenstein. Im 19. Jahrhundert wurden weite Teile der Burg zur Steingewinnung abgetragen. Außerdem wurde ein großer Teil der Anlage wurde durch einen Steinbruch zerstört.

 

 

Weitere Informationen zu den einzelnen Anlagen und Bauwerken finden Sie in dem Buch „Burgen AufRuhr: Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion.“

Der Burgenführer ist übrigens auch im Shop des LWL-Museums für Archäologie Herne erhältlich.

 

 

 

 

Quellen:

 

Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.), Burgen AufRuhr (Essen 2010).

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Isenberg

  

 

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Wed, 18 Apr 2012 00:42:00 -0700 Studierende konzipieren Sonderausstellung im Rahmen eines Seminars am LWL-Museum für Archäologie in Kooperation mit der RUB http://lwlmuseumherne.posterous.com/studierende-konzipieren-sonderausstellung-im http://lwlmuseumherne.posterous.com/studierende-konzipieren-sonderausstellung-im

Erste Sitzung

 

Am Mittwoch, dem 11. April 2012, fand im LWL-Museum für Archäologie in Herne die erste Sitzung zur Konzeption einer neuen Sonderausstellung statt. Thema der Ausstellung werden antike Ringe sein.

Man traf sich gegen 14 Uhr in einem der Seminarräume des Museums, stellte sich kurz vor und klärte verschiedene organisatorische Belange sowie das Grundkonzept der Ausstellung und den Ablauf der Arbeitsreihe. Insgesamt waren schätzungsweise 25 Personen anwesend.

 

Es folgte eine kurze Führung durch das Museum, innerhalb welcher das Konzept und die Art und Weise der Darstellung und Vermittlung genauer erklärt werden sollte:

  

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Besucht man das Museum, folgt man sozusagen einer Zeitleiste, welche auf dem Boden angebracht ist. Man läuft auf einem eisernen Weg, auf welchem Jahreszahlen angebracht sind, die zeigen, in welchem Bereich der Ausstellung man sich gerade befindet.

 

 

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Weiterhin werden nicht nur Funde präsentiert, sondern auch archäologische Arbeitsweisen genauer erläutert und nachvollziehbar dargestellt. So gibt es zum einen Nachbildungen von Grabungen und zum anderen ein "archäologisches Labor", in welchem verschiedenste Datierungsmethoden erklärt werden. Hier seien die Dendrochronologie und Archäometallurgie als Beispiele genannt.

  

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Am Ende der Führung wurde noch genauer auf die Darstellung bestimmter Themengebiete eingegangen. Es gibt insgesamt vier betretbare Kuben, welche jeweils Exponate und Erklärungen zu bestimmten Themengebieten enthalten.

 

Anschließend wurde der genauere Verlauf der Themenreihe erläutert. Die Teilnehmer schlossen sich zu verschiedenen Gruppen zusammen, welche sich jeweils mit den thematisch verschiedenen Aufgaben der Ausstellungskonzeption befassen werden. So gibt es beispielsweise Gruppen für Inhalt und Konzept der Ausstellung, für Medien, für die Gestaltung, für die Texte, für die Vermittlung, für das Objekthandling und für das Marketing der Ausstellung.

Alles in allem herrschte eine angenehme und lockere Atmosphäre.

 

 

 

- Finn Schäfer

 

 

  

 

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Fri, 02 Mar 2012 02:16:00 -0800 Tatort Forscherlabor, Themenstation 12: Experimentelle Archäologie und Ethnoarchäologie http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-12-experim http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-12-experim

 

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EXPERIMENTELLE ARCHÄOLOGIE

UND ETHNOARCHÄOLOGIE –

VERSUCH MACHT KLUG

Wie wohnten die Menschen früher? Wie stellten sie

Waffen oder Werkzeuge her? Um dies herauszufinden,

kopieren und rekonstruieren Forscher archäologische

Funde und testen diese in praktischen Versuchen.

Beispiele für diese experimentelle Archäologie sind

das Nachbauen von Häusern, das Schmieden von

Waffen oder der Anbau von alten Getreidesorten. Im

19. und 20. Jahrhundert haben Forscher viele Völker in

Afrika, Australien und Asien besucht und über deren

traditionelle Lebensweisen berichtet. Völkerkundler

(Ethnologen) bereiten diese Texte und Bilder von den

Expeditionen auf. Archäologen nutzen die Ergebnisse,

um archäologische Funde besser zu verstehen. Diesen

Zweig der archäologischen Forschung nennt man

Ethnoarchäologie.

 

  

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Archäologen bauen in der

Werkstatt einen Ofen aus Lehm

mit einem Innengerüst aus Zweigen.

 

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Sie stellen den Ofen vor dem

Museum auf.

 

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Er wird mit mehreren Lagen

Brennmaterial und Eisenerz

befüllt und angezündet.

 

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Damit es im Ofen heiß genug wird,

pumpt man mit einem Blasebalg

gleichmäßig Luft hinein.

 

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Wenn alles Erz geschmolzen ist

und alle Fremdstoffe als Schlacke

abgeflossen sind, wird der Ofen

zerschlagen.

 

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Übrig bleibt die so

genannte Luppe. Dieses

Roheisen kann durch

Schmieden weiterverarbeitet

werden.

 

EXPERIMENT STEINZEITACKER

Im Jahr 2002 säten eine Archäologin und eine

Biologin auf einer 140 Quadratmeter großen Versuchsfläche

von Hand Einkorn aus – eine Getreidesorte der

ersten Bauern vor 7500 Jahren. Im Herbst ernteten

vier Personen in sechs Stunden das Getreide mit

nachgebauten Feuersteinsicheln. Nach dem Dreschen

blieben 25 Kilogramm Einkorn übrig.

 

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Diese Körner der Weizensorten Emmer und

Einkorn sind vor fast 6000 Jahren verbrannt

(Borgentreich-Großeneder, um 4850 v. Chr.).

 

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Zwei Feuersteinsicheln (Rheine, um 1800 v. Chr.)

 

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Das Versuchsfeld mit dem

Getreide und dazwischen

gepflanzten Ackerkräutern.

 

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Ernte mit der Feuersteinsichel.

So muss man die Getreidehalme

halten, um sie mit der

Feuersteinsichel abschneiden

zu können.

 

  

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Nach der Ernte:

Das Getreide wird auf

einem Reibstein gemahlen.

 

 

FÜR FRISEURE UND JÄGER?

So genannte Rasiermesser aus der Zeit zwischen 1000

und 800 v. Chr. sind aus Bronze und haben eine oder

zwei Schneiden. An einigen fanden sich Reste von

Menschen- und Tierhaaren. Versuche sollten zeigen,

wozu die zweischneidigen Messer benutzt werden

konnten.

 

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Ein einschneidiges (Petershagen-Lahde, 100 bis 800 v. Chr.) und zwei

zweischneidige Rasiermesser (Münster-Gittrup, 1000 bis 800 v. Chr.;

Obernbeck, 1000 bis 800 v. Chr.).

 

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Mit dieser Nachbildung eines zweischneidigen Rasiermessers wurden

die beschriebenen Versuche durchgeführt.

 

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In einem Versuch öffnete man mit

dem Rasiermesser ein Reh, häutete und

zerlegte es. Das Messer war auch hierfür

geeignet. Nur das Kleinschneiden des

Fleisches war schwierig.

  

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Eine Friseurin schnitt einem Mädchen mit der Nachbildung eines

zweischneidigen Rasiermessers die Haare. Das Messer ließ sich gut

handhaben und blieb sehr scharf. Obwohl es doppelt so lange

dauerte wie mit einem modernen Messer, konnte die Friseurin

Fasson-, Pagen- und Stufenschnitte schneiden.

 

 

DER WIND IN DEN RITZEN

Von den Häusern früherer Zeiten finden Archäologen

meist nur noch Gruben, Gräben und Standspuren der

Wände. Von der Konstruktion der Häuser vermitteln

diese nur ein ungefähres Bild. Archäologen bauen

deshalb solche Häuser nach. Sie erfahren dabei auch,

wie viel Bauholz man braucht und wie viele Menschen

nötig sind, um ein Haus in einer bestimmten Zeit zu

errichten.

 

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Im Museumsdorf Lejre in Dänemark lebten Menschen eine Zeit lang

in dem Nachbau eines Hauses aus der Zeit um 200 n. Chr.: Sie wollten

am eigenen Leibe erfahren, wie ihre Vorfahren gelebt haben.

 

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Grundriss eines trapezförmigen Hauses aus der Zeit

zwischen 4800 und 4600 v. Chr. in Inden im Rheinland.

 

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Rekonstruktionszeichnungen des Hauses aus Inden:

Grundriss, Längsschnitt und Ansichten. Für die Rekonstruktion des

Hauses aus Inden wurden ausführliche technische

Zeichnungen angefertigt.

 

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Diese Tabelle listet auf, wie viel Zeit die einzelnen Arbeitsschritte für

die Rekonstruktion des Hauses aus Inden erforderten.

 

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Im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen steht

ein Nachbau des Hauses aus Inden.

 

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Mon, 23 Jan 2012 08:00:00 -0800 Tatort Forscherlabor, Themenstation 11: Materialanalyse http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-11-materia http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-11-materia
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VOM STOFF, AUS DEM DIE DINGE SIND

 

Archäologen finden Objekte aus ganz unterschiedlichen Materialien. Manche Gegenstände werden von Spezialisten mit verschiedenen Verfahren genau analysiert. Wie sind bestimmte Materialien zusammengesetzt? Woher stammten Rohstoffe? Woraus gewannen die Menschen Farben für Malereien und Textilien? Materialanalysen erklären Herstellungsverfahren und deren Weiterentwicklung. Sie geben Aufschluss über die Herkunft eines Rohstoffs und zeigen so auch Handelsbeziehungen und andere Kontakte zwischen den Menschen auf.

  

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Keramik wird für eine Materialanalyse vorbereitet.

 

  

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Für Vergleiche von Keramiken werden Anschliffe und Dünnschliffe angefertigt.

  

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Die Forscherin vergleicht ihre Keramik mit Dünnschliffen aus der Sammlung.

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Unter dem Mikroskop betrachtet sie die Strukturen der Keramik im Dünnschliff.

 

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Auch in Büchern sucht sie nach Vergleichen zu ihrer Probe.

 

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Die Forscherin findet das Bild eines Anschliffs, der genau ihrer Keramikprobe entspricht. Damit hat sie die Keramiksorte ihrer Probe identifiziert.

 

 

 

Fall Höxter

 

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Schlaufenschalenbecher der 2. Hälfte des 13. Bis 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts

 

 

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Rippenbecher des 13. bis frühen 14. Jahrhunderts

 

GESCHMOLZENER SAND

Menschen stellen seit circa 4000 Jahren Glas her, unter anderem für Gefäße, Schmuck und Fensterscheiben. Mit einer Elektronenstrahl-Mikrosonde kann man feststellen, aus welchen chemischen Elementen Glas besteht. Dabei wird von einem Rasterelektronen-Mikroskop ein Elektronenstrahl auf eine Probe geschossen. Diese gibt dann eine Röntgenstrahlung ab, die in der Mikrosonde aufgefangen wird. Jedes in der Probe enthaltene Element hat eine eigene Strahlenwellenlänge. Ein Computer stellt die gemessenen Wellenlängen als so genanntes Impulshöhenspektrum dar. Aus diesem sind Art und Anteil der einzelnen Elemente zu bestimmen. Die chemische Zusammensetzung von Glas zeigt die Rezeptur an, mit der es hergestellt wurde, und die Herkunft der Rohstoffe. Da die Rezepturen für Glas sich im Laufe der Zeit änderten, weisen sie neben Farbe, Form und Verzierung eines Produktes auf sein Alter hin.

 

 

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Bruchstück eines Glasrings (Höxter, 13. Jahrhundert)

 

 


 

GLAS AUS HÖXTER

Glasfunde des 11. bis 15. Jahrhunderts aus Höxter sind mit der Elektronenstrahl-Mikrosonde untersucht worden. Das Ergebnis: Bleiglas wurde vermehrt seit der Mitte des 12. Jahrhunderts verwendet, zum Beispiel für Trinkgeschirr. Die meisten Gebrauchsgläser bestanden seit dem 12. Jahrhundert aus Holzasche-Glas und seit dem 14. Jahrhundert aus Holzasche-Kalk-Glas. Gläser aus Soda-Asche-Glas wurden seit dem späten 13. Jahrhundert aus Oberitalien importiert.

 

 

Fall Bergbausiedlung

 

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Ein Fenster aus der Zeit zwischen 1330 und 1345 am Freiburger Münster zeigt Bergleute bei der Arbeit.


 

DIE KLEIDER DER KUMPEL

Aus farbigen Abbildungen in alten Schriften, von Wandmalereien oder auch von vollständig erhaltenen Kleidungsstücken gewinnen Forscher Anhaltspunkte, welche Farben die Kleidung der Menschen früherer Zeiten hatte. In alten Geweben können Farben mit Hilfe von Indikatorflüssigkeiten chemisch bestimmt werden. Eine aufwändigere Methode ist zum Beispiel die Pyrolyse-Gaschromatographie [> 11.5]. Farbstoffanalysen an farbigen und zum Teil gemusterten Stoffen des 13. Jahrhunderts vom Altenberg im Siegerland bestätigten, dass die Menschen aus der Bergbausiedlung eine bunte Farbpalette kannten. Wolle bleichten sie mit Schwefel, Brauntöne stellten sie aus Walnuss-Schalen her, Rottöne aus der Krappwurzel und aus Flechten, Gelb aus Ginster, Blau- und Blaugrüntöne aus Färberwaid.

 

 

 

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Überreste eines farbigen Wollgewebes mit gelben und wollweißen Streifen auf lachsfarbenem Grund und eines hellbeigen Wollgewebes mit roten, gelben und blauen Streifen (Müsen, um 1200)

 

 

Fall Paderborn

 

EIN PALAST VOLLER FARBEN

Farben auf Putz können genauer untersucht werden, zum Beispiel mit dem Polarisationsmikroskop [> 10.4]. Auch chemische Verfahren geben Hinweise auf die Art von Farben. In der Kaiserpfalz in Paderborn, einer Residenz Karls des Großen aus der Zeit um 800, haben Archäologen circa 10 000 Fragmente von bemaltem Wandputz und Mörtel gefunden. Die Farbanalysen zeigten, dass die Maler unterschiedliche Rohstoffe verwendet hatten: verschiedene Ocker für Rot, Gelb und Braun sowie für Mischtöne, verkohlte Pflanzenstoffe für Schwarz, Kalk für Weiß. Für einen Teil der blauen Farbe hatten sie Pigmente aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen. Um das Jahr 800 war dies einer der teuersten Malstoffe überhaupt. Noch heute ist dieses edle Pigment teurer als Gold.

 

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Rekonstruktionszeichnung des Motivs von Putzfragmenten aus der Kaiserpfalz in Paderborn

 

 

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Fri, 18 Nov 2011 07:00:00 -0800 Tatort Forscherlabor, Themenstation 10: Gesteinsbestimmung http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-10-gestein http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-10-gestein

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GESCHICHTE IN STEIN

Neben Fundstücken aus Keramik, Glas, Metall oder Holz finden Archäologen bei Ausgrabungen oft Objekte aus Stein. Äußerlich manchmal unscheinbar, bergen auch Steinartefakte viele Informationen: Stammt der Stein aus einer lokalen Lagerstätte oder wurde er von fern herantransportiert? Wie haben die Menschen diesen Stein bearbeitet? Wofür nutzten sie ihn? Mit traditionellen Methoden und modernen Analyseverfahren entlocken Mineralogen und Geologinnen den Steinen ihre Geheimnisse. Sie betrachten sie, riechen an ihnen, mikroskopieren sie und manchmal kauen sie sogar auf kleinen Stückchen herum. Chemische Analysen, Mikroskopie und Röntgenbeugung verraten ihnen, wie Gesteine zusammengesetzt sind. Mit Methoden der Gesteinsanalyse untersuchen Forscher auch Erze und Metallobjekte [> 09.0].

  

Abb01_10_0_steinfund

  

Eine Archäologin findet einen Stein und gibt ihn einem Mineralogen zur Bestimmung.

  

Abb02_10_0_stein_detail

 

Um festzustellen, aus welchen Mineralen der Stein zusammengesetzt ist, betrachtet dieser ihn genau.

 

Abb03_10_0_blick_durchs_mikroskop

 

Mit Mikroskopiertechniken erforscht er die chemische Zusammensetzung und die Entstehung des Steins.

  

Abb04_10_0_morser

  

Für chemische Untersuchungen zerkleinert er das Probenmaterial und löst es auf.

  

Abb05_10_0_probentrager

  

Will er das Material mit der Röntgenbeugung untersuchen, gibt er es auf Probenträger ...

  

Abb06_10_0_rontgendiffraktometer

  

  

... und lässt es mit dem Röntgendiffraktometer messen.

  

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Durch die Analysen ermittelt er die Gesteinsart und die Herkunft des Steines.

  

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Die Minerale und Gesteine dieser Sammlung stammen aus der ganzen Welt.

  

MIKROSKOPIEREN

Der vergrößernde Blick durch das Mikroskop hilft dem Mineralogen, ein Gestein zu bestimmen. Wie bei der makroskopischen Analyse stellt er zuerst die Form der Kristalle, ihre Farbe und ihr Gefüge fest. Mit einem Spezialmikroskop, einem so genannten Polarisationsmikroskop, analysiert er die optischen Eigenschaften der einzelnen Kristalle. Dadurch kann er ihre Art, ihre Symmetrie und ihre Bestandteile identifizieren. Er kann auch abschätzen, bei welcher Temperatur und unter welchem Druck die Kristalle entstanden sind.

 

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Um noch mehr über die Kristalle herauszufinden verändert der Mineraloge das Licht, mit dem er den Dünnschliff von unten durchleuchtet. Er filtert es mit einem Polarisator. Der Polarisationsfilter lässt nur Lichtwellen mit einer bestimmten Schwingungsebene passieren. Alle anderen Lichtwellen werden aufgehalten. Das so polarisierte Licht durchdringt den Dünnschliff und wird von den verschiedenen Kristallen des Gesteins auf die ihnen typische Weise verändert.

 

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Um ein Gestein unter dem Polarisationsmikroskop zu betrachten, fertigt der Mineraloge Dünnschliffe an. Sie sind nur drei hundertstel Millimeter dick.

 

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Auf ihrem Weg zum Auge des Betrachters gelangen die Lichtstrahlen durch einen weiteren Polarisationsfilter, den Analysator. Auch dieser Filter lässt nur Lichtwellen einer bestimmten Schwingungsebene passieren. Diese Schwingungsebene ist aber senkrecht zu der ersten orientiert. Dadurch wird das Licht verändert. Es ergibt sich ein typisches Spektrum an Farben, das sich beim Drehen des Mikroskoptisches auch noch in seiner Intensität ändert.

  

RÖNTGENBEUGUNG

Die meisten festen Stoffe haben ein Kristallgitter. Das heißt, ihre Atome sind in einem regelmäßigen, dreidimensionalen Muster im Raum angeordnet. Jeder Stoff hat sein eigenes, charakteristisches Gitter. Treffen Röntgenstrahlen auf ein Gitter, werden sie zurückgeworfen, je nach Abstand der einzelnen Gitterebenen zueinander. Der Mineraloge nennt diesen Vorgang „beugen”. So lässt sich der Stoff identifizieren. Die Röntgenbeugung zählt zu den physikalischen Untersuchungsmethoden. Während eine chemische Analyse die Bestandteile eines Stoffes preisgibt, ermittelt die Röntgenbeugung ihre Anordnung zueinander. Dafür ist mindestens ein tausendstel Gramm Probenmaterial nötig. Bei Stoffen ohne Kristallgitter wie Ruß oder Glas kann diese Methode nicht eingesetzt werden. Als Messergebnis erhält der Mineraloge ein Diagramm mit Spitzen und Tälern. Er vergleicht das Muster mit Diagrammen einer internationalen Datenbank. Darin sind inzwischen mehr als 60 000 Muster von Stoffen abgelegt. Sie korrekt auszuwerten, erfordert viel Erfahrung.

  

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Stein mit gelblichem Belag (Soest, Datierung unbekannt). Der Mineraloge will herausfinden, woraus der Belag besteht. 

 

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Er nimmt Material für eine Probe ab und zermahlt es zu feinem Staub. Das Gesteinsmehl wird auf einen Probenträger aufgebracht.

 

 

13image

 

 

In der Röhre entstehende Röntgenstrahlen treffen auf das Material im Probenträger. Die typische Struktur des Minerals beugt die Röntgenstrahlen und wirft sie zurück. Im Verlauf der Messung wandert die Strahlenquelle halbkreisförmig um die Probe, so dass der Einfallswinkel der Strahlung sich stetig verändert. Ein Detektor fängt die zurückgeworfenen Strahlen ein. Die Daten leitet er an einen Computer weiter, der die Werte in eine Grafik umsetzt.

 

  

FALL FEUERSTEINE

Jäger und Sammler sowie die ersten Bauern fertigten ihre Messer, Kratzer, Bohrer und andere Werkzeuge und Waffen häufig aus Feuerstein. Das Material dafür bezogen sie aus verschiedenen Quellen. Lagerstätten in der Nähe beuteten sie selbst aus. Steine aus weiter entfernten Lagerstätten erhielten sie möglicherweise durch Tausch. Die Herkunft der Feuersteinsorten an einer Fundstelle gibt Hinweise darauf, wie weit die Gruppe umherzog oder wie weit ihre Kontakte reichten.

 

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Vorkommen von Feuerstein führenden Kalkgesteinen

 

15image

 

Nordischer Feuerstein ist dunkelgrau bis schwarz. Häufig hat er helle Einschlüsse von kleinsten Tieren. Gletscher der Eiszeit haben ihn aus dem Ostseegebiet bis nach Westfalen transportiert, wo er nach dem Rückzug des Eises liegen blieb. Nordischer Feuerstein ist dicht und homogen. Darum lassen sich daraus sehr scharfe Klingen fertigen.

 

16image

 

 

Der anstehende Valkenburger Feuerstein ist beige und grobkörnig, häufig hat er Schlieren.

Seine Rinde ist grau. Grobkörniger Feuerstein ist zäh. Dadurch eignet er sich für Beile und andere Geräte.

 

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Der anstehende Feuerstein vom Lousberg (nördlich von Aachen) ist ein wenig körnig. Er ist dunkel und hat kleine, graue Einschlüsse. Vor 6000 Jahren bauten Menschen diesen Feuerstein im Tagebau ab.

 

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Den bei Rullen-Bas anstehenden Feuerstein gibt es in vielen Varianten. Häufig sind sie gelblich mit einer unruhigen Oberfläche. Dieses Stück ist beige bis olivfarben und hat blaue Schlieren.

 

 

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Thu, 20 Oct 2011 04:18:00 -0700 Tatort Forscherlabor, Themenstation 9: Archäometallurgie http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-9-archaome http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-9-archaome
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Neue Werkstoffe: Metalle

Vor 10 000 Jahren begannen die Menschen im Vorderen Orient
gediegenes Kupfer zu benutzen. Vor 7 000 Jahren verhütteten sie
die ersten Erze. Im Laufe der Zeit entwickelten sie immer ausgereiftere
Techniken für die Gewinnung und Herstellung von Kupfer
und Bronze, Eisen und Blei, Messing, Gold und Silber.
Archäologen, Werkstoffkundlerinnen, Geowissenschaftler und
Chemikerinnen untersuchen Metallgegenstände vergangener Zeiten.
Sie vermessen auch Erzminen, untersuchen Schmelz- und Schmiedeplätze
und kratzen kleinste Schlacke- oder Metallreste aus Schmelztiegeln
heraus. Im Labor erarbeiten sie daraus Hinweise auf Abbau-,
Schmelz- und Schmiedetechniken. Sie erforschen die Herkunft
von Erzen und ermitteln damit, wie die frühe Wirtschaftsgeschichte
sich entwickelt hat.

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Ein Metallfund: Woraus besteht er?
Wie hat man ihn gemacht? Woher
stammt das Metall?

0image
Chemische Analysen, zum
Beispiel die ICP-OES (inductively
coupled plasma optical emission
spectrometry), ermitteln die
Zusammensetzung des Metalls.

1image
Das Röntgenbild gestattet einen
Blick in den Aufbau des Objektes.

2image
Unter dem Mikroskop erkennt
man Spuren der Herstellung.

3image
Die Analysen der Spurenelemente
und der Bleiisotope geben Hinweise
auf die Herkunft des Metalls.

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Die Ergebnisse werden verglichen
und ein wahrscheinlicher Herkunftsort
des Metalls ermittelt.

Fall Warburg

METALL IN SICHT
Die Erbauer der Gräber von Warburg benutzten
Geräte und Werkzeuge aus Stein, Holz oder Knochen.
Sie kannten auch Kupfer, das erste Metall, das die
Menschen benutzten. Den leicht zu verarbeitenden
Rohstoff verwendeten sie für Schmuck. Heute sind im
näheren Umfeld von Warburg Kupfererz-Lagerstätten
bekannt. Bisher gibt es aber keine Hinweise darauf,
dass man diese bereits zwischen 3400 und 2700 v. Chr.
nutzte.

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Dieses stark verwitterte Fragment eines Kupferbleches aus Grab III
ist eine kleine Sensation, denn so alte Kupfergegenstände sind in
Westfalen selten.

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Wenn Kupfer oxidiert, läuft es grün an. An diesen Knochenstücken
aus Grab I sind grüne Verfärbungen zu sehen. Sie stammen von nicht
mehr erhaltenen Kupfergegenständen – wahrscheinlich
Schmuckstücken der Toten.

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Die Analyse des Bleches aus Grab III zeigt, dass es aus reinem
Kupfer mit sehr geringen Anteilen an Spurenelementen besteht.
Die Menschen hatten also in der Natur vorkommendes Reinkupfer
verwendet. Legieren, also das Mischen von Metallen, beherrschten
sie noch nicht.

Fall Castrop-Rauxel

ATOMABSORPTIONS-VERFAHREN
Mit dem Atomabsorptions-Verfahren kann man seit
den 1960er Jahren die chemische Zusammensetzung
von Materialien bestimmen. Der Wissenschaftler löst
die Materialprobe in einer Flüssigkeit auf und verdampft
sie. Auf diesen Dampf richtet er eine spezielle
Lampe. Jedes Element in der Probe schluckt eine
bestimmte Strahlenwellenlänge und kann daran
erkannt werden. Man misst, wie viel Strahlung einer
bestimmten Wellenlänge nach dem Durchdringen der
Probe fehlt, also wie viel absorbiert wurde. Aus der
Differenz kann man Art und Anteil des Elementes in
der Probe berechnen. Jedes in der Probe vermutete
Element muss mit einer eigenen Lampe identifiziert
werden. Das Atomabsorptions-Verfahren liefert
extrem genaue Ergebnisse.

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Analysewerte des Fingerhutes

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Analysewerte des Orakelstäbchens

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Dieser Fingerhut (Castrop-Rauxel, 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr.)
wurde mit dem Atomabsorptions-Verfahren untersucht. Das Ergebnis:
Er besteht aus Messing, bei dem Kupfer und Zink in einem bestimmten
Verhältnis gemischt sind. Diese spezielle Legierung gibt es in Westfalen
seit der Römerzeit. Auch ein so genanntes Orakelstäbchen
(Soest, 1. bis 6. Jahrhundert n. Chr.) wurde mit diesem Verfahren
untersucht. Es besteht aus einer Kupferlegierung, die in den ersten
Jahrhunderten nach Christi Geburt sehr gebräuchlich war.

Fall Soest

BLEIISOTOPEN-ANALYSE
Die Bleierze der meisten Lagerstätten unterscheiden
sich durch ihren Gehalt an natürlichen (stabilen)
Bleiisotopen. Bei der Verhüttung und Verarbeitung
der Erze bleiben diese Isotopenverhältnisse erhalten.
Außerdem ist Blei als Zusatz oder Verunreinigung
in fast allen alten Metallobjekten enthalten. Daher
kann durch den Vergleich ihrer Isotopenverhältnisse
mit denen von Erz in Lagerstätten die Herkunft des
verarbeiteten Bleierzes bestimmt werden. Manche
Erzlagerstätten haben sehr ähnliche Isotopenverhältnisse.
Dann versucht man sie anhand der Zusammensetzung
der Spurenelemente zu unterscheiden. Die
Bleiisotopen-Analyse ermittelt die Herkunft von Erzen
nie eindeutig. Wenn Wissenschaftler über ausreichend
Daten verfügen, können sie aber Wahrscheinlichkeiten
formulieren.

11image
In Soest finden Archäologen immer wieder Blei aus dem 1.
und 2. Jahrhundert n. Chr. Die oft unförmigen Gussreste belegen eine
Verarbeitung des Metalls vor Ort. Diese Stücke stammen sehr wahrscheinlich
aus dem Raum Brilon.

12image
Die Fundstelle dieses Bleistückes liegt in einem Gebiet mit reichen
Bleierzvorkommen. Die Form wird häufig als Bleibarren bezeichnet.
Die kleinen Löcher sind Beschädigungsspuren von der Probenentnahme.

BLEI AUS BRILON?
Der Archäometallurge bohrt aus Bleiobjekten Späne
heraus und löst sie in Salzsäure auf. Eine geringe
Menge der in Bleichlorid umgewandelten Proben
dampft er auf einen Probenträger auf. Er erhitzt die
Probe im Massenspektrometer auf 1200 bis 1300 Grad
Celsius. Das Blei darin verdampft und wird in einem
starken elektromagnetischen Feld beschleunigt. Je
nach ihren Massen werden die einzelnen Bleiatome
verschieden stark abgelenkt und von speziellen Detektoren
erfasst. Ein an das Massenspektrometer angeschlossener
Computer errechnet das Verhältnis der
unterschiedlichen Bleiisotope zueinander. Jede Lagerstätte
weist ein bestimmtes Muster der Bleiisotopen
auf. Wenn die Daten aus den Objektproben mit denen
aus einer Lagerstätte übereinstimmen, stammt das Erz
wahrscheinlich aus dieser Quelle. Archäologen haben
an verschiedenen Stellen Westfalens Objekte aus Blei
aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. gefunden. Stollen oder
Halden von Bleierzbergwerken aus dieser Zeit sind im
Sauerland bislang nicht bekannt. Die Untersuchungsergebnisse
der Bleiisotopen von Fundstücken und von
Erzen aus Lagerstätten führen zu dem Schluss, dass
einige Funde wahrscheinlich aus Lagerstätten in Brilon
stammen.

Dieses Diagramm stellt das Verhältnis der Bleiisotope zueinander
von verschiedenen beprobten Bleiobjekten grafisch dar.

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Tue, 26 Jul 2011 23:59:00 -0700 Erfahrungsbericht von unserer neuen Praktikantin (Rebecca) http://lwlmuseumherne.posterous.com/erfahrungsbericht-von-unserer-neuen-praktikan http://lwlmuseumherne.posterous.com/erfahrungsbericht-von-unserer-neuen-praktikan

Von außen macht das Museum in Herne keinen spektakulären Eindruck, aber der erste Blick täuscht.

In der Dauerausstellung verfolgt man die Geschichte der Region über einen Steg, begleitet von den Geräuschen einer Ausgrabung. In der Balver Höhle hat mir der Film über die Entstehung der Höhle besonders gut gefallen.

Die Panoramen, die das Leben in der Steinzeit widerspiegeln, sind mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet.

Die „Zeichenbretter“ fand ich super, denn hier kann man sich aussuchen, was man zu den einzelnen Themen hören möchte: Zu den Germanen zum Beispiel kann man sich über die Berichte in schriftlichen Quellen, archäologischen Funden, sprachwissenschaftlichen Untersuchungen oder den Bereich der Mythen informieren.

Die Vitrinen sind überschaubar gestaltet, und der Text ist überwiegend gut zu lesen und leicht verständlich. Durch kleine Ausschnitte in der Wand des Ausstellungsraumes wirft man einen Blick in die Welt und erfährt so, was während des ausgestellten Zeitraumes woanders so passiert ist.

Sehr gut ist der Bereich mit Hausmodellen der Germanen gelungen: Unter den Ausstellungsobjekten sind die Spuren abgebildet, mit denen sich Archäologen weitgehend zufrieden geben müssen: Pfostenlöcher.

Auch die nachgebildete begehbare frühchristliche Kirche ist sehr gut gelungen, und mit der musikalischen Unterlegung hat man das Gefühl, eine echte kleine Kirche zu betreten.

Von den nachgestellten Grabungszelten fand ich die unterschiedliche Gestaltung, z. B. durch verschiedene Fußböden, richtig gut.

Mein absolutes Highlight der Ausstellung steht in der Epoche nach den Römern: Die Objekte werden mit Hilfe eines Fließbandes gezeigt. Das habe ich sonst noch nirgendwo gesehen, und es ist eine wirklich fabelhafte Idee.

Flieband_dauerausstellung_8

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1019395/Kontakt-1215681129_0.jpg http://posterous.com/users/he6rKUWdi1PGq Michael Lagers Museumspädagoge Michael Lagers
Fri, 22 Jul 2011 03:20:00 -0700 Ein spannender Ausflug in die Keltenwelt! - Die "Kelten-Exkursion" unseres Fördervereins http://lwlmuseumherne.posterous.com/ein-spannender-ausflug-in-die-keltenwelt-die http://lwlmuseumherne.posterous.com/ein-spannender-ausflug-in-die-keltenwelt-die

Ein spannendes und abwechslungsreiches Programm erwartet die Teilnehmer auf dieser Exkursion. Wir begeben uns auf die Spuren der Kelten, vor Christi Geburt eines der bedeutendsten Völker Europas.

Bestens gelaunt starten wir am Samstag um 08.00 Uhr ab Herne mit dem Bus ins Saarland Richtung Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“; die erste Station auf unserer Exkursion. Gegen 12.00 Uhr erreichen wir das ehemalige Stahlwerk. Nach einer kurzen Mittagspause kann jeder auf eigene Faust das riesige Gelände des Industriedenkmals genauer unter die Lupe nehmen.

Um 15.00 Uhr erwarten uns in der Gebläsehalle der Völkinger Hütte prachtvolle Beigaben aus den Fürstengräbern u. a. aus Reinheim, Schwarzenbach, Weiskirchen, Theley und Freisen im Saarland. Die Ausstellung „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger. Das Leben der Kelten in der Eisenzeit vor 2.500 Jahren“ ermöglicht erstmals sehr anschaulich einen breiten Einblick in dieses vergessene Kapitel unserer Kultur. 

Anschließend fahren wir weiter Richtung Büdingen, wo wir unser Übernachtungsquartier beziehen. Nach einem leckeren Abendessen im Gasthof „Bleffe“ gibt es für uns noch eine tolle Überraschung: Ein Nachtwächter führt uns durch das mittelalterliche Büdingen. Wir erleben das Mittelalter, wie es fast unverfälscht mit Schloss, Hallenkirche, Stadtmauer und Fachwerkhäusern erhalten ist.

Am nächsten Tag erwartet uns ein fachlicher Leckerbissen: Auf dem Glauberg erwartet uns Herr Dr. Fritz-Rudolf Hermann, der ehemalige wissenschaftliche Leiter dieser Ausgrabungsuntersuchungen. Fachlich bestens betreut erkunden wir zusammen das 20 Hektar große Gelände des archäologischen Parks mit den Gräberanlagen und Kultplätzen und erhalten spannende Einblicke in das Leben der Kelten am Glauberg. Eine tolle Ergänzung der Kelten-Ausstellung in der Völkinger Hütte. Aber auch Spuren aus dem frühen und hohen Mittelalter sind am Glauberg zu entdecken.

Nachmittags können wir nach einer kleinen Stärkung im neuen Museum am Glauberg die bekannte lebensgroße Statue eines keltischen Herrschers aus Sandstein bewundern. Das Museum wurde erst Anfang Mai diesen Jahres eröffnet. Die Funde vom Glauberg bilden das Herzstück des Museums.

Bevor wir den Heimweg antreten, machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Limes. Mit Rund 550 Kilometern Länge ist der Limes das größte archäologische Kulturdenkmal Europas.  Am nördlichen Wetteraulimes bei Pohlheim-Holzheim erkunden wir mit Herrn Dr. Herrmann ein konserviertes und teilrekonstruiertes römisches Kleinkastell.  

Fotos und Text: Silke Vierkötter

Gut gelaunte Exkursionsteilnehmer auf den Spuren der Kelten.

 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1019395/Kontakt-1215681129_0.jpg http://posterous.com/users/he6rKUWdi1PGq Michael Lagers Museumspädagoge Michael Lagers
Wed, 20 Jul 2011 03:50:00 -0700 Motten im Museum! http://lwlmuseumherne.posterous.com/motten-im-museum http://lwlmuseumherne.posterous.com/motten-im-museum

Gestern feierten wir ein Wiedersehen mit unserer Turmhügelburg – allerdings „en miniature“.

Auszubildende der Stadt Herne im Bereich Gebäudemanagement hatten drei Modelle der Burg, die während der Sonderausstellung „AufRuhr1225!“ das Außengelände unseres Museums zierte und über 165 000 Besucher begeisterte, im Maßstab 1:25 gefertigt.

Der Prototyp in Form eines Bausatzes, der „Mottenkiste“, wurde bereits dem ehemaligen Herner Baudezernenten Jan Terhoeven als Abschiedsgeschenk überreicht. Auf Anregung des Herner Fachbereichsleiters für Kultur folgten nun zwei weitere Mottchen. Eine Burg nutzen wir fortan für unsere didaktischen Angebote, das andere Modell geht an das Schloss Strünkede.

Img_1359freigestellt
"Unsere" Motte ist wieder da!

Img_1335a
Das "doppelte Mottchen" und seine Erbauer.

 

 

 

 

 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1019395/Kontakt-1215681129_0.jpg http://posterous.com/users/he6rKUWdi1PGq Michael Lagers Museumspädagoge Michael Lagers
Fri, 08 Jul 2011 03:15:00 -0700 Mit Hacke und Spaten dem Geheimnis auf der Spur...(Teil 2) http://lwlmuseumherne.posterous.com/60113782 http://lwlmuseumherne.posterous.com/60113782

Zwei Tage nach unserer Feldforschung mit Schülern auf dem Außengelände des Museums ist der Muskelkater abgeklungen, aber die Begeisterung geblieben. Allen Beteiligten hat es Spaß gemacht, nach wissenschaftlichen Kriterien die (Bau-)Geschichte eines Teils der Herner Innenstadt freizulegen und dabei Grabungsluft zu schnuppern.

So beschreiben die Jugendlichen das Projekt selbst: 

Grabungscamp 2011

Grabung Herne-Mitte , Schnitt 1

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Schüler, die an der Ausgrabung teilnahmen:
Kai Deutsch; Ahmet Can Karagülmez; Efrosini Tourioglou; Ertugrul Koc; Nils Kolendowicz; Gianluca Kargitta; Marcel Breitkopf; Anne Shirley Fahrenholz; Natalie Lemiech; Leonard Linden

Arbeitsweise:
- Teamarbeit und Zusammenhalt sind gefragt
- Aufteilung in verschiedene Gruppen:
- "Knochenarbeit" ( Schaufeln, Hacken, Abtransport des Schutts
- Glätten bzw. "Putzen" der "Profile" ( Seitenwände der Grube)
- Verschriftlichen der Arbeitsergebnisse
- Vermessen und Zeichnen der Profile
- Süssigkeiten :P

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Funde:
- Fliese 'Germany',
- Plastikstücke,
- Kunststoff-Faser-Gewebe,
- Fliesenfragmente,
- Metall-Antennen,
- Regenwürmer :D,
- Styropor,

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Schlussfolgerungen: 
- 60 cm unter dem heutigen Boden befindet sich eine ehemalige Baugrube
- der Boden der Grabungsgrube liegt wahrscheinlich etwa 1m oberhalb des Fundamentes eines der vier Häuser, die auf dem Grundstück gestanden haben
- den ehemaligen Garten/ Hinterhof  kennzeichnet eine dunkle Erdschicht (Kohlestücke/ Asche als Überreste des Hausbrands der hier entsorgt wurde)
- Abrissmaßnahmen und Neubebauung zeigen sich in Schichten von Bauschutt
- darunter liegt die unbebaute/ unbenutzte  Fläche, typisch für das Emschergebiet ist der sandige Boden (Wurmgänge --> natürlich gewachsen)

Dimg_0125b
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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1019395/Kontakt-1215681129_0.jpg http://posterous.com/users/he6rKUWdi1PGq Michael Lagers Museumspädagoge Michael Lagers
Thu, 07 Jul 2011 04:02:00 -0700 Mit Hacke und Spaten dem Geheimnis auf der Spur http://lwlmuseumherne.posterous.com/59987992 http://lwlmuseumherne.posterous.com/59987992

Welche Funde birgt eigentlich der Boden auf unserem Museumsgelände? Wie funktioniert eine wissenschaftliche Ausgrabung?


Diesen Fragen gingen gestern Schüler einer 9. Klasse des Haranni Gymnasiums unter der Anleitung des Archäologen Dr. Stefan Leenen auf den Grund. In einer Grube, die ein Minibagger vorbereitet hatte, schwangen die Jugendlichen unermüdlich Spitzhacke und Spaten und hoben so schubkarrenweise Erdreich aus. Neben diversen Kleinfunden legten sie 1,20 Meter tiefe Bodenprofile frei, die sie sorgfältig säuberten und zeichnerisch dokumentierten.


Was die aufgedeckten Verfärbungen im Boden, Keramikscherben und Mauersteinfragmente schließlich verrieten, berichten die Jugendlichen morgen selbst…

 

Grabung_wird_mit_ipad_dokumentiert

Die Grabungsarbeiten schreiten voran.

 

Vermessen_mit_dem_nivelliergerat

Um die Befunde exakt zu dokumentieren, wird regelmäßig mit dem Nivelliergerät vermessen.

 

Zeichnen_des_profils

Auch beim Zeichnen der Bodenprofile ist Teamarbeit gefragt.

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1019395/Kontakt-1215681129_0.jpg http://posterous.com/users/he6rKUWdi1PGq Michael Lagers Museumspädagoge Michael Lagers
Sun, 22 May 2011 10:56:00 -0700 Tatort Forscherlabor, Themenstation 8: 14C-Datierung http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-8-14c-dati http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-8-14c-dati

RADIOKARBONDATIERUNG - DIE ATOMUHR TICKT

Bildschirmfoto_2011-05-22_um_19
Mit der Radiokarbondatierung, der so genannten 14C-Methode, bestimmt der Physiker das Alter von Funden, die einmal Teil eines Lebewesens waren. Er untersucht zum Beispiel verkohltes Holz von Bäumen oder Knochen von Menschen und Tieren, also organisches Material. Jeder Organismus enthält drei Arten Kohlenstoff: Die stabilen Isotope 12C und 13C machen zusammen fast den gesamten Kohlenstoff aus; das instabile Isotop 14C ist nur in geringen Mengen enthalten. Stirbt ein Lebewesen, so zerfällt sein 14C-Anteil allmählich zu Stickstoff und gibt dabei radioaktive Strahlung ab. Das 14C reduziert sich  regelmäßig, in 5730 Jahren um die Hälfte. Aus dem Verhältnis zwischen radioaktivem und nicht radioaktivem Kohlenstoff und der Halbwertszeit errechnet der Physiker, wann der Organismus gestorben ist.

 

Abb01_8_0_portrt_libby

Willard F. Libby entwickelte um 1948 die Radiokarbondatierung und erhielt 1960 den Nobelpreis für Chemie.

Abb02_8_0_probennahme_300
Bei der Bergung des Probenmaterials ist absolute Sauberkeit sehr wichtig.

Abb03_8_0_probenvorbereitung
Je nach Art des Probenmaterials reinigen Forscher die Proben mechanisch und chemisch.

Abb04_8_0_khlschrank_mit_organ

Für die Massenspektrometer-Messung wird das gereinigte Probenmaterial zu CO2 verbrannt ...

Abb05_8_0_benzeneline_von_petc

... und in elementaren Kohlenstoff umgewandelt. Diese Anlage kann zehn Proben gleichzeitig reduzieren.

Abb06_8_0_probenrad2
Die Proben gibt der Forscher auf einen Probenträger. 40 Proben passen in dieses Probenrad, das in die Ionenquelle eingebaut wird.

Abb07_8_0_tandembeschleuniger

Mit Ionenquelle, Tandembeschleuniger und Detektoren erfolgt die eigentliche Messung.

Bildschirmfoto_2011-05-22_um_1
Die Forscher eichen die Messdaten und wandeln sie dabei in verlässliche Datierungen um.

 

HALBWERTSZEIT

Von einer Menge radioaktiver 14C-Atome zerfällt in etwa 5730 Jahren die Hälfte. Diesen Zeitraum bezeichnet man als Halbwertszeit.

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Der Zerfall der 14C-Ionen ist als Kurve dargestellt. Nach 50 000 Jahren ist kaum noch messbares 14C in der Probe enthalten.

Abb10_pilze_mg_4549
Alle Organismen besitzen eine leichte radioaktive Strahlung, die mit Geigerzählern gemessen werden kann. Diese getrockneten Pilze weisen eine erhöhte Strahlung auf – eine Folge des Reaktorunfalls von Tschernobyl am 26. April 1986.

 

Fall Warburg

WANN WAR DIE BESTATTUNG?

Wissenschaftler konnten für fünf Knochenproben aus den unteren Lagen der Gräber I, III, IV und V von Warburg 14C-Daten ermitteln. Ihre Messungen beweisen, dass diese Toten im Zeitraum zwischen 3400 und 2900 v. Chr. bestattet wurden.

1bildschirmfoto_2011-05-22_um_1
Kalibration Großsteingrab III, Warburg, Kreis Höxter. Das gemessene 14C-Datum ist als Punkt im Diagramm eingetragen. Der senkrechte Balken, der das Datum schneidet, gibt den möglichen Datierungszeitraum der Probe an, die so genannte Standardabweichung. Das 14C-Datum und die Standardabweichung schneiden die Kalibrationskurve mehrfach. Die wichtigen Bereiche sind farbig unterlegt und auf die waagerechte Achse des Diagramms übertragen. Dort zeigen sie das mögliche Alter der Probe an. Der mit Pfeilen gekennzeichnete Bereich zwischen 3390 und 3360 v. Chr. passt am besten zu der mit anderen Methoden gewonnenen Datierung der im Grab geborgenen Funde.

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/333457/Bewerbungsfoto_sw-_rote_Krawatte_AUTO_Farbe.jpg http://posterous.com/users/4aAXY7BdYIdX Josef Mühlenbrock Museumsleiter Josef Mühlenbrock
Thu, 07 Apr 2011 07:48:00 -0700 Vierter und letzter Teil FUNDGESCHICHTEN-Quiz: Zufallsfund – Der Münzschatz am Wegesrand http://lwlmuseumherne.posterous.com/vierter-und-letzter-teil-fundgeschichten-quiz http://lwlmuseumherne.posterous.com/vierter-und-letzter-teil-fundgeschichten-quiz

LWL_Zufallsfund.mov Watch on Posterous

Finde anhand des Films den letzten Lösungsbuchstaben: Es ist der 9. Buchstabe des Fundortes der Münzen!

Zusammen mit den drei anderen Lösungsbuchstaben ergibt sich das Lösungswort. Schicke es an fundgeschichten@lwl.org und du nimmst an der Verlosung der drei VIP-Eintrittskarten für die Eröffnung der Ausstellung am 15.04. teil!

Weitere Infos zum Quiz unter: http://fundgeschichten.posterous.com/drei-vip-einladungskarten-fur-eroffnungsfeier

 

 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/333457/Bewerbungsfoto_sw-_rote_Krawatte_AUTO_Farbe.jpg http://posterous.com/users/4aAXY7BdYIdX Josef Mühlenbrock Museumsleiter Josef Mühlenbrock
Thu, 31 Mar 2011 05:50:00 -0700 FUNDGESCHICHTEN-Quiz, Teil 3: Raubfund: Salomonischer Richterspruch zu einer keltischen Goldmünze http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-3-raubfund-salomoni http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-3-raubfund-salomoni

LWL_Raubfund.mov Watch on Posterous

Es war ein salomonisches Urteil zur Archäologie in NRW, das eine kleine keltische Goldmünze in Museumsbesitz gebracht hat. Die Münze wechselte durch einen höchst ungewöhnlichen Vergleich im Jahr 2008 aus dem Besitz eines Raubgräbers in das Eigentum der öffentlichen Hand. Hier die Geschichte des Münzwurfes um die Münze!

Gewinne eine von drei VIP-Eintrittskarten zur Ausstellungeröffnung FUNDGESCHICHTEN.

 

Dieser Film liefert einen weiteren Lösungsbuchstaben: Wie lautet der 4. Buchstabe des Nachnamens des Leiters des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege

 

 

Weitere Infos zum Quiz finden Sie hier auf dem Fundgeschichten-Blog!

 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/333457/Bewerbungsfoto_sw-_rote_Krawatte_AUTO_Farbe.jpg http://posterous.com/users/4aAXY7BdYIdX Josef Mühlenbrock Museumsleiter Josef Mühlenbrock
Thu, 24 Mar 2011 07:43:00 -0700 FUNDGESCHICHTEN-Quiz, Teil 2: Lancester-Bomber http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-2-lancester-bomber http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-2-lancester-bomber

LWL_Augenzeugenfund.mov Watch on Posterous
In einem Waldstück bei Hagen fanden Archäologen die Reste eines angestürzten britischen Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg. Unglaublich, aber wahr: im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchungen konnten sogar Überlebende des Absturzes aufgespürt werden.

Gewinne eine von drei VIP-Eintrittskarten zur Ausstellungeröffnung FUNDGESCHICHTEN.

Dieser Film liefert den zweiten Lösungsbuchstaben: Wie lautet der letzte Buchstabe des eingeblendeten Titels dieser Fundgeschichte (nicht Untertitels)!

Weitere Infos zum Quiz findet ihr hier auf diesem Blog

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/333457/Bewerbungsfoto_sw-_rote_Krawatte_AUTO_Farbe.jpg http://posterous.com/users/4aAXY7BdYIdX Josef Mühlenbrock Museumsleiter Josef Mühlenbrock
Wed, 23 Mar 2011 02:05:00 -0700 Tatort Forscherlabor, Themenstation 7: DENDROCHRONOLOGIE http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-7-dendroch http://lwlmuseumherne.posterous.com/tatort-forscherlabor-themenstation-7-dendroch

DENDROCHRONOLOGIE – DIE HÖLZERNE FESTPLATTE

Bildschirmfoto_2011-03-23_um_10
Mit der Baumringdatierung, der so genannten dendrochronologischen Methode, bestimmen Biologen das Alter von Hölzern. Bäume bilden unter ihrer Rinde in jedem Jahr eine neue Schicht Holz, den Jahrring. Bäume gleicher Art in derselben Gegend produzieren ähnlich breite Jahrringe. Wie dick ein Ring wird, hängt vom jeweiligen Klima und vom Standort ab. Biologen messen die Dicke der Ringe und stellen die Schwankungen als Kurve dar. Indem sie Kurven vergleichen und Abschnitte mit gleichem Muster übereinander legen, erstellen sie für jede Baumart einen Jahrringkalender. Wird auf einer Ausgrabung Holz gefunden und stimmt dessen Jahrringkurve mit einem Abschnitt aus dem Jahrringkalender überein, können sie das Alter des Fundes bestimmen. Ist auch die Rinde erhalten, wissen sie sogar das genaue Jahr, in dem der Baum gefällt wurde.

Abb01_7_0_probennahme_salzbergwerk

Bei Ausgrabungen finden Archäologen manchmal Holz, häufig kleine Stücke...

Abb02_7_0_baumstammbergung_warendorf
... manchmal aber auch ganze Baumstämme.

Abb03_7_0_anreppen_probennahme
Der Dendrochronologe schneidet die Probe zurecht ...

Abb04_7_0_aufbereitung_rasierklinge
... reinigt und präpariert sie.

Abb05_7_0_holzartenspektrum
Er bestimmt die Holzart ...

Abb06_7_0_messanlage_a
... und misst die Breite der Jahrringe.
Abb07_7_0_bilderserie_kurvendiagramm
Ein Computerprogramm errechnet aus den Messwerten eine Kurve und vergleicht sie mit dem Jahrringkalender.

Abb08_7_0_optische_korrelation
Der Dendrochronologe überprüft die Ergebnisse am Leuchttisch und entscheidet endgültig über das Alter des Fundes.

 

 

 

DER BRUNNEN VON ANREPPEN

Im Römerlager Anreppen haben Archäologen einen Kastenbrunnen aus bearbeiteten Eichenstämmen gefunden. Wissenschaftlerinnen untersuchten mehrere Hölzer davon. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle Bäume sind im Jahr 5 n. Chr. gefällt worden. Da die Hölzer alle gleich alt sind und die Römer das Holz frisch verwendeten, wurde der Brunnen wahrscheinlich in diesem Jahr gebaut. Dieses Ergebnis ist auch für Historiker wichtig: Der römische Geschichtsschreiber Velleius Paterculus berichtet, dass Tiberius, der spätere römische Kaiser, im Frühjahr des Jahres 5 n. Chr. an der Lippequelle ein Lager errichtete. Eben dieses Lager wurde von Archäologen in Anreppen entdeckt.

Abb09_anreppenkastenbr_mg_4600
Brett des römischen Kastenbrunnens (Delbrück-Anreppen, 5 n. Chr.)

Abb10_07_0_kurve_anreppen
Jahrringkurve des Holzes aus Anreppen über einer Jahrringkurve von 110 v.Chr. bis 5 n. Chr.

 

 

Fall Warburg

 

OHNE HOLZ KEIN DATUM

Neben den aus Stein gebauten Gräbern entdeckten Archäologen in Warburg auch Spuren eines Baus aus Holz. Von den Balken waren aber nur noch Verfärbungen im Boden erhalten – das Holz selbst war verrottet. Eine dendrochronologische Untersuchung war daher nicht möglich.

Abb11_7_0_warburg_ii_befund
Bei der Ausgrabung legten die Archäologen die Reste des Holzbaus und seiner Steinverkleidung frei.

Abb12_07_0_rekonstr
Rekonstruktion des Holzkammergrabs

 

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Thu, 17 Mar 2011 15:52:00 -0700 FUNDGESCHICHTEN-Quiz, Teil 1: Umgepflügt – Frankenfürst im Acker http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-1-umgepflugt-franke-0 http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-quiz-teil-1-umgepflugt-franke-0

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Unter Kartoffeln und Rüben schlummerte 1300 Jahre ein fränkischer Krieger in seiner letzten Ruhestätte. Hier die Geschichte seiner Wiederentdeckung!

Gewinne eine von drei VIP-Eintrittskarten zur Ausstellungeröffnung FUNDGESCHICHTEN.

Dieser Film liefert den ersten Lösungsbuchstaben: Wie lautet der 6. Buchstabe des Nachnames des Verpächters des Fundackers?

Weitere Infos zum Quiz findet ihr hier in diesem Blog!

 

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Thu, 17 Mar 2011 09:41:00 -0700 Drei VIP-Einladungskarten für Eröffnungsfeier FUNDGESCHICHTEN zu gewinnen http://lwlmuseumherne.posterous.com/drei-vip-einladungskarten-fur-eroffnungsfeier http://lwlmuseumherne.posterous.com/drei-vip-einladungskarten-fur-eroffnungsfeier


Foto

In den kommenden vier Wochen bis zur Ausstellungseröffnung „Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW“ stellen wir euch jeweils donnerstags auf unserer Facebook-Fanseite einen neuen Fundgeschichten-Film vor. Zu jedem Film gilt es eine Frage zu beantworten, die euch einen von insgesamt vier Lösungsbuchstaben verrät.

 

Wenn ihr die vier Buchstaben dann zu einem Lösungswort zusammengesetzt habt, schickt es bitte an fundgeschichten@lwl.org.

 

Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir drei VIP-Einladungskarten für die Eröffnungsfeier am 15.04.2011, 18 Uhr zu der über 1200 Gäste eingeladen sind.

 

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Fri, 11 Mar 2011 05:21:00 -0800 Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW 16.4. - 20.11.2011 http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-neueste-entdeckungen-von-arch http://lwlmuseumherne.posterous.com/fundgeschichten-neueste-entdeckungen-von-arch

Es gibt sie immer noch: echte Entdecker. Sie sind mitten unter uns – es sind Kinder und Forscher, Wissenschaftler und Spaziergänger, Archäologen und Abenteurer. Sie finden zufällig oder nach langen Mühen, unerwartet oder nach intensiver Forschung, was für Jahre oder Jahrtausende in dem sichersten Tresor der Welt - der Erde - verborgen war. 

Die spektakulärsten Archäologie-Funde der letzten fünf Jahre sehen Sie ab dem 16.4.2010 in der Sonderausstellung „Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne. Vom Schwimmsaurier und Urzeithamster, der Alchimisten-Küche und kostbaren Münzschätzen bis hin zum Jagdbomber des Zweiten Weltkrieges, jedes Objekt hat eine eigene Fundgeschichte: Angefangen mit der ersten Spurensuche und Bergung bis zur aufwändigen Restaurierung ist jede Entdeckung einmalig und faszinierend. 

In der Ausstellung werden diese Geschichten hinter den Funden lebendig – so spannend, als wäre man selbst dabei gewesen, wenn aus einem Sonntagsspaziergang eine echte Schatzsuche wird oder eine Klettertour im Steinbruch zum Sensationsfund führt. Und bei wem kribbelt es nicht im Magen bei der Vorstellung, einmal selbst einen Goldschatz oder Dinosaurier zu entdecken? Lassen Sie sich von der überraschenden Welt unter unseren Füßen begeistern!

 

Für diese Sonderausstellung haben wir einen eigenen Blog eingerichtet:

http://fundgeschichten.posterous.com

Bildschirmfoto_2011-03-11_um_13
Dort wollen wir Sie mit Posts, Links, Videos und Bildergalerien über die neue Sonderausstellung informieren. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen!

 

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